Hua Hin – Bangkok – Paris – Berlin

Um die Sache zu einem Abschluss zu bringen, liefere ich den Rest der Reise noch nach: 3 Tage Hua Hin reichen vollkommen aus, ich checke aus und fahre mit dem Bus die gleiche Strecke zurĂŒck nach Bangkok. Ich denke mir, es sei eine gute Idee, mir fĂŒr die letzte Nacht ein Hotel möglichst nahe beim Flughafen zu suchen, wie sich zeigen wird ist das nicht so schlau. Der Plan ist, nach der Ankunft in Bangkok irgendwann am Nachmittag meinen Rucksack in ein Schliessfach zu legen und noch ein paar gemĂŒtliche Stunden zu verbringen, evtl. nochmal bei Madam Musur was zu essen und dann am Abend ins Hotel zu fahren. Der Plan wird an der Tatsache scheitern, dass ich schlicht kein freies Schliessfach finde. Aber erstmal bin ich nach der anstrengenden Fahrt im vollgestopften Minivan reichlich genervt, habe Hunger und schwitze wie ein Schwein.

Der Fahrer schmeisst uns irgendwo ziemlich weit im Westen raus, ich steige in einen Linienbus, der kreuz und quer und vor und zurĂŒck fĂ€hrt, steige nach einer guten halben Stunde am Siam Square aus und stelle fest, das dort sĂ€mtliche SchliessfĂ€cher belegt sind. Also fahre ich doch zuerst ins Hotel, was nochmal eine gute Stunde dauert. Das Floral Shire entpuppt sich als eine ziemliche Absteige, das Zimmer selbst ist ok, aber der Rest und vor allem die Lage sind unter aller Sau. Immerhin haben sie einen kostenlosen Shuttle-Service, der mich am Morgen zum Flughafen fĂ€hrt.

Den letzten Abend in diesem Hotel zu verbringen ist keine Option, also fahre ich die ganze Strecke nochmal zurĂŒck, mittlerweile wird es schon langsam dunkel. Ich habe keine Lust mehr, nochmal durch die ganze Stadt zu Madam Musur zu fahren, also bleibe ich in der Gegend um den Siam Square, esse in einem japanischen Restaurant Tokiyaki und laufe ziemlich uninspiriert durch MBK ohne was zu kaufen. Irgendwann sehe ich ein, dass der Tag gelaufen ist, fahre zurĂŒck ins Hotel, bewaffne mich unterwegs mit ein paar Bier und Snacks und verbringe den Rest des Abends im Zimmer. Ich sehe, dass ich eine Mail von AirFrance bekommen habe. Der Abflug morgen verzögert sich um ca. eine Stunde. Das bedeutet, dass es mit dem Anschlussflug in Paris knapp wird, ich muss mir darĂŒber aber keine Sorgen machen, da dieser Flug gleich komplett gestrichen ist und ich auf einen Flug am kommenden Morgen eingebucht wurde. Toll, eine weitere Nacht in Paris auf Kosten von AirFrance.

Ich schreibe eine Mail an den Kundendienst, wie in einem solchen Fall verfahren wird, ob ich mir selbst eine Unterkunft in Paris suchen muss, oder ob sich die Airline darum kĂŒmmert und bekomme eine knappe und ziemlich unverschĂ€mte Antwort, die in etwa besagt, dass sie mir da nicht helfen können und ich in Paris am Schalter fragen soll. Toller Service. Also auf zum letzten Kapitel. Das FrĂŒhstĂŒck im Hotel ist ungeniessbar, gegen 10:00h werde ich mit ein paar weiteren GĂ€sten zum Flughafen gefahren. Eingecheckt habe ich bereits online, GepĂ€ck zum Aufgeben habe ich nicht, also warten. Der Flug ist dann recht entspannt, dauert aber, laut Pilot wegen starkem Gegenwind, eine knappe Stunde lĂ€nger als geplant, so dass es ca. 20:00h ist, bis ich endlich aussteigen kann.

Zusammen mit geschĂ€tzt 30 weiteren Passagieren stehe ich dann ich der Schlange vor einem AirFrance-Schalter und warte darauf, dass mir jemand sagt, wo ich die Nacht verbringen werde. Am Schalter sitzen drei Leute, irgendwann steht eine der Angestellten auf, schaltet Ihren Rechner aus und macht Feierabend. Es bleiben also noch zwei arme Leute, die sich um die Gestrandeten kĂŒmmern mĂŒssen, die alle einen 14stĂŒndigen Flug hinter sich haben und dementsprechend gelaunt sind. Es dauert eine halbe Stunde bis ich an der Reihe bin. Immerhin ist die Dame hinterm Tresen sehr freundlich und bemĂŒht sich, mich noch irgendwo unterzubringen. Die Hotels direkt beim FlughafengelĂ€nde sind (angeblich) alle voll, so werde ich in ein Ibis-Hotel einquartiert, der Weg dahin sei einfach: ich mĂŒsse nur eine unbestimmte Dauer durch den Flughafen laufen, dann irgendwo die Treppen hoch und auf den schwarzen Bus warten. Alles ganz einfach.

Auf der Suche tue ich mich mit Bill, einem Iren, der in der gleichen Maschine war, zusammen und wir fragen uns durch. Wir marschieren gefĂŒhlt eine Ewigkeit durch leere GĂ€nge, erhalten widersprĂŒchliche Angaben, jenachdem wen wir fragen und finden irgendwann die Bushaltestelle. Dort mĂŒssen wir nochmal warten, bis der richtige Bus kommt, der dann eine knappe halbe Stunde durch die Gegend fĂ€hrt und gegen 21:30h am Hotel ankommt. Nachdem wir eingecheckt haben, teilt man uns mit, dass die KĂŒche nur bis 22h geöffnet habe. Wir dĂŒrfen dann noch die Reste des (vor drei Stunden wahrscheinlich sehr guten) Buffets vernichten. Unser Essensgutschein beinhaltet genau ein nicht-alkoholisches GetrĂ€nk und Bill macht den Fehler, sich ein Bier zu bestellen. Er zahlt dann 7,80€ fĂŒr 0,3l. Das schon geplante Frustsaufen an der Bar fĂ€llt somit aus.

GlĂŒcklicherweise lĂ€uft dann am nĂ€chsten Tag alles rund und ich werde in Tegel ĂŒberraschenderweise von Carsten mit einer Pulle Sekt empfangen. Um 8:30h.

Siem Reap – Bangkok – Hua Hin

auch die nĂ€chsten Tage fasse ich wieder zusammen: wir hĂ€ngen einen Tag in Siem Reap rum, wobei ich eine Menge mehr von der Stadt sehe, als bei meinem ersten Besuch, aber nicht besonderes passiert. Wir sitzen mehrere Stunden an der Ecke zur Pub Street in einem Cafe und beobachten den gemeinen Backpacker und sein Balzverhalten, was ĂŒberaus amĂŒsant ist. Am Abend fahren wir dann mit einem Tuktuk die ca. 8km zum Flughafen. Unglaublich ist die Anzahl an risesigen Luxushotels, die die Strasse vom Flughafen zur Stadt sĂ€umen, die meisten komplett mit chinesischen Reisegruppen belegt. Chinas neu entstandene Mittelschicht entdeckt das Reisen und tut das, der Ideologie entsprechend, im Kollektiv.

Der Weg nach Bangkok wird dann etwas anstrengend, denn der ohnehin spĂ€te Flug verschiebt sich um eine knappe Stunde und in Bangkok stehen wir dann nochmal eine Stunde zusammen mit geschĂ€tzt mindestens 4 chinesischen Flugzeugladungen in der Schlange zur Immigration. Dazu kommt dann noch eine lĂ€ngere Taxifahrt, denn der Busbahnhof fĂŒr alle Fahrten nach SĂŒden liegt ziemlich weit im Westen und wir haben ein Hotel in der NĂ€he gebucht. GlĂŒcklicherweise ist es mittlerweile 0:30h, d.h. wenig Verkehr und der Taxifahrer heizt wie verrĂŒckt durch die Stadt. Gegen 2:00h liege ich dann endlich im Bett des ziemlich runtergekommenen Hotels.

DafĂŒr sind wir aber am nĂ€chsten Morgen schnell am Busbahnhof und sitzen 20 Minuten spĂ€ter in einem Minivan nach Hua Hin. Hua Hin ist eine 50.000-Einwohner-Stadt am Golf von Bangkok und ein in erster Linie bei den Thais beliebter Badeort. Außerdem gibt es hier grĂ¶ĂŸere Expat-Gemeinden aller möglichen europĂ€ischen LĂ€nder. Also ein Rentnerparadies. Ich habe trotzdem Hua Hin gewĂ€hlt weil ich vor der Heimreise nochmal Meer und Sonne wollte und das hier um die Ecke von Bangkok liegt und eine schrittweise RĂŒckkehr in die Zivilisation ermöglicht. WĂ€re ich direkt vom Strand von Kep nach hause gereist, wĂŒrde ich mich in Berlin wahrscheinlich vor den ersten Bus werfen. FĂŒr Babsi, die morgen zu ihrer Insel nach Laos aufbricht, bedeutet es den umgekehrten Weg, noch ein letztes Mal warm duschen und ein Zimmer mit Klimaanlage geniessen. Ich bleibe noch einen Tag lĂ€nger hier, um mich mit gĂŒnstigem Seafood vollzustopfen.

Kep – Phnom Penh – Siem Reap

Da sich ein Drittel meiner Leserschaft (=Martin M.) beschwert hat, gibt es ein Update. Ich fasse die letzten Tage zusammen, da sich nichts besonderes ereignet hat. Ich habe in Kep Besuch von Babsi bekommen, ein alte Freundin aus Freiburger Zeiten. Wir haben uns mindestens zwei Jahre nicht gesehen, verbringen also die meiste Zeit damit, irgendwo rumzusitzen, zu essen, trinken und reden und uns gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen.

Ich hatte mir schon vorher Gedanken ĂŒber den besten RĂŒckweg gemacht und sitze deswegen auch mit Babsi zusammen und wir kommen zu dem Ergebnis, dass es tatsĂ€chlich die beste Wahl ist, genauso wieder zurĂŒckzufahren wie ich hergekommen bin. Also ĂŒber Phnom Penh und Siem Reap und dort einen Billigflieger nach Bangkok nehmen. Ein richtiger Rundweg wĂ€re mir ja lieber, aber irgendwie gibt es wenig Alternativen. Sihanoukville ist ein Drecksloch, da will ich nicht hin, von Phnom Penh aus zu fliegen wĂ€re viel zu teuer und alle anderen Routen wĂŒrden ewig lange Busfahrten erfordern, da kann ich auch drauf verzichten.

Also die selbe Strecke zurĂŒck. Um uns nicht zu stressen, beschliessen wir, in Phnom Penh und in Siem Reap jeweils eine Nacht zu bleiben und uns noch ein paar Sachen anzuschauen. TatsĂ€chlich ist der Russian Market in der Hauptstadt dann das Einzige und auch das hĂ€tten wir uns sparen können, dafĂŒr sind die Reisetage aber entspannt. In Siem Reap besuche ich nochmal die großartige Hausband im Hardrock Cafe, die freuen sich alle mich zu sehen und spielen auch gleich einen Motörhead Song fĂŒr mich. Sehr schön!

Kep 3

gestern war noch sehr lustig, ich hatte einen tollen Abend mit Peter, dem Gastgeber, einem schwulen australischen PĂ€rchen, einem hollĂ€ndischen Ehepaar und Brian, einem Ă€lteren Herren aus Kanada, der uns mit Anekdoten aus seinem langen Reiseleben unterhalten hat. Trotzdem bin ich ziemlich frĂŒh wach, da ich aber erst um 12h auschecken muss, lasse ich es langsam angehen. Ich hĂ€nge also noch mit den Australiern rum, verabschiede mich gegen Mittag und laufe geschĂ€tzt einen knappen Kilometer zu meiner neuen und wesentlich gĂŒnstigeren Unterkunft.

The Boat House wird von einem Ă€lteren, ziemlich abgeranzten Franzosen geleitet. Der spricht wie sich das gehört natĂŒrlich nur Französisch, scheint aber recht nett zu sein. Mein Zimmer ist dem Preis entsprechend, aber mir gefĂ€llts. SpĂ€ter stellt sich heraus, dass der abgeranzte Franzose nicht der Chef, sondern nur dessen Lakaie ist. Der richtige Chef ist ein Ă€lterer, ziemlich abgeranzter Franzose. Der aber immerhin gebrochen Englisch spricht. Ich miete mir wieder einen Scooter und fahre ein wenig durch die Gegend, schaue mir eine Saline an und fahre zurĂŒck ins Boat House als es zu regnen beginnt. Es hört dann auch bis zum Abend nicht mehr auf, stört mich aber nicht, ich sitze auf der Veranda und lese.

Als es dunkel ist lĂ€sst der Regen nach, ich nutze die Pause und fahre mal wieder zum Krabbenmarkt und teste ein weiteres Restaurant. Die Bedienung behauptet dann doch tatsĂ€chlich, meine Frisur sĂ€he aus wie die von Justin Bieber. Das sitzt. Ich versuche, ihr zu erklĂ€ren, dass ich schon eine Ă€hnliche Frisur hatte, als Justin Bieber noch flĂŒssig war und dass der Typ sowieso ĂŒberhaupt völlig inakzeptabel ist, sie versteht es aber nicht und lacht sich kaputt, weil ich mich so aufrege. Bis ich mich von diesem Schock erholt habe, steht mein gegrillter Fisch mit grĂŒnem Pfeffer auf dem Tisch und der ist so gut, dass ich fast geneigt bin, ihr zu verzeihen. Nur fast.

Kep 2

es wurde gestern Abend etwas spĂ€t, deswegen tue ich mir schwer mit dem Aufstehen und es wird 9h bis ich in die GĂ€nge komme, fĂŒr meine VerhĂ€ltnisse ist das spĂ€t. Ich schwinge mich auf meinen Scooter und gehe einmal mehr auf die Suche nach Ruinen. Ein belgischer GraffitikĂŒnstler namens ROA hat auf verschiedenen HĂ€userresten Bilder hinterlassen, die will ich finden. Leider stellt sich heraus, dass bis auf eines alle diese HĂ€user mittlerweile entweder abgerissen oder renoviert wurden, ich finde lediglich eine Gottesanbeterin und an die komme ich nicht richtig ran, weil das GrundstĂŒck abgesperrt ist. Als ich mich auf einen Baumstumpf stelle, um besser fotografieren zu können, werde ich von Ameisen attackiert und gebe dann auf.

SpĂ€ter versuche ich es mit dem sogenannten Nationalpark, der sich als ganz netter Wanderweg entpuppt. Es gibt außer ein paar schönen Ausblicken auf das Meer zwar keine besonderen Attraktionen, es tut aber gut, sich mal wieder halbwegs in der Natur zu bewegen. Zum GlĂŒck verlĂ€uft der Weg zum grĂ¶ĂŸten Teil unter BĂ€umen, denn mittlerweile ist es in der Sonne wieder unertrĂ€glich heiss. Der Rundweg ist ca. 8km lang, ich lasse mir Zeit und brauche dafĂŒr inklusive Pausen knapp drei Stunden. Das reicht auch an Bewegung, trotz Schatten schwitze ich wie ein Schwein und bin froh, als ich in meinem klimatisierten Bunglow bin.

Abends gehe ich wieder essen, ich suche mir diesmal eines der unscheinbaren Restaurants aus und bereue es nicht. Allerdings gibt es zu Anfang ein paar Schwierigkeiten, als mir serviert wird, was ich als ‚Fried Shrimps‘ bestellt hatte und die Dinger roh sind. Es folgt eine Unterhaltung mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen, irgendwann versteht die Köchin und nimmt die Shrimps wieder mit. Ich stelle fest, dass vor ausnahmslos jedem Gericht auf der Speisekarte das Wort ‚Fried‘ steht, nehme also an dass man nicht weiss was das Wort bedeutet und es einfach mal ĂŒberall dazugeschrieben hat. 5 Minuten spĂ€ter kommen meine Shrimps wieder, diesmal gebraten und schmecken ausgezeichnet.

Morgen ziehe ich in eine gĂŒnstigere Unterkunft um, ich bleibe vorerst mal hier, ĂŒbermorgen trifft Babsi ein, die eigentlich auf dem Weg nach Laos ist, aber einen Umweg macht, damit wir uns sehen können. Ich habe erstmal drei weitere NĂ€chte gebucht, mal schauen wie es dann weitergeht. So langsam muss ich mir auch ĂŒberlegen, wie ich am 30. wieder nach Bangkok komme, aber so richtig will ich noch nicht daran denken.

Kep 1

ich schlafe heute Nacht fantastisch. Es ist ruhig und angenehm kĂŒhl, da ich mir einen Bungalow mit Klimaanlage geleistet habe, eine gute Wahl bei den mörderischen Temperaturen. Heute frĂŒh schwinge ich mich gleich aufs Fahrrad und drehe eine Runde im Ort, ich bin auf der Suche nach den Überresten ehemaliger Luxusvillas, in denen die französischen Kolonialherren von damals ihre Sommerfrische verbracht haben. TatsĂ€chlich finde ich einige Ruinen, komme aber nicht wirklich ran, um gute Bilder zu machen. Der Ausflug wird dann anstrengend, da die KĂŒstenstraße wegen Dreharbeiten gesperrt ist und die Umleitung ĂŒber mehrere steile Straßen fĂŒhrt, mir reichts dann irgendwann und ich fahre zurĂŒck.

FĂŒr den Rest des Tages miete ich mir einen Scooter, was meinen Aktionsradius erheblich vergrĂ¶ĂŸert und fahre damit als erstes Ziel zu einer Pfefferplantage. Dort bekomme ich eine etwas kurze, dafĂŒr aber kostenlose und trotzdem sehr interessante FĂŒhrung und weiss jetzt, wie Pfeffer wĂ€chst, wie er geerntet und weiterverarbeitet wird. TatsĂ€chlich gehört der sog. Kampot-Pfeffer zu den besten Sorten der Welt, die Körner werden u.a. handverlesen und die Bezeichnung ‚Kampot-Pfeffer‘ dĂŒrfen nur Produkte tragen, die auch tatsĂ€chlich in einem relativ kleinen, rĂ€umlich begrenzten Gebiet um Kampot angebaut wurden. Laut den Guides ist das besondere an diesem Pfeffer nicht die Sorte, es sind gewöhnliche Pfefferpflanzen, die ursprĂŒnglich aus Indien stammen, was den Kampot-Pfeffer ausmacht, ist in erster Linie der spezielle Boden der Region und zu einem kleinen Teil das Klima.

Wie auch immer, die Kombination aus Kep-Krabben und Kampot-Pfeffer ist einmalig, weswegen ich auch heute abend wieder bei Holy Crab landen werde. Vorher fahre ich aber noch mit meinem Scooter durch die Gegend, hole mir dabei einen fetten Sonnenbrand (was fĂŒr ein AnfĂ€ngerfehler) und besuche ein paar Höhlen, von denen besonders die Batcave beeindruckt. Man steht völlig im Dunkeln und ĂŒber einem zwitschern und flattern die FledermĂ€use, ganz schön gruselig, zumal ich der einzige Besucher weit und breit bin. Danach mache ich Station am Bungalow, hole meine WĂ€sche ab, reibe mich mit der Lotion ein und warte die schlimmste Nachmittagshitze ab.

Abends dann wieder Holy Crab. Diesmal entscheide ich mich fĂŒr in grĂŒnem Kampot-Pfeffer geschmorte Krabben und die sind nicht nur wesentlich besser zu zerteilen als die Fritierten von gestern, die schmecken auch nochmal besser, zum Reinlegen gut. Daran kann auch die Ratte, die ĂŒber meine FĂŒĂŸe rennt, wĂ€hrend ich am Essen bin, nichts Ă€ndern. Ein toller Tag.

Phnom Penh – Kep

ich muss zwar um 6h aufstehen, werde dafĂŒr aber am Hotel abgeholt, das macht die Sache etwas ertrĂ€glicher. Ich fahre mit dem Minibus der Kambodschanischen Post, dementsprechend ist die HĂ€lfte des Busses mit PostsĂ€cken vollgestopft. Es bleibt aber trotzdem noch genĂŒgend Platz fĂŒr die 6 Passagiere plus GepĂ€ck und es gibt wieder WLan an Bord. Die Strecke nach Kep ist nicht weit, etwa 260km, es dauert allerdings schon ĂŒber eine Stunde, bis wir aus Phnom Penh raus sind. Dann gehts gemĂŒtlich durchs Land, ich schaffe es sogar, ein StĂŒck des Weges zu verschlafen. Zwischendurch halten wir immer wieder in irgendwelchen KĂ€ffern an, um PostsĂ€cke aus- und neue wieder einzuladen. Gegen 10:30h kommen wir in Kampot an, von wo an die Straße konstant schlechter wird, zuletzt ein besserer Schotterweg ist, um sich dann kurz vor Kep in ein 6spuriges, autobahnĂ€hnliches Monster zu verwandeln.

Kep war bis Anfang des 20. Jahrhunderts ein beliebter Kur- und Badeort der kolonialen Elite, wurde spĂ€ter von den Roten Khmer in Schutt und Asche gelegt und danach irgendwie vergessen. Erst seit ein paar Jahren kommt man auf die Idee, dass der Ort an der KĂŒste ja attraktiv fĂŒr Touristen sein könnte und verbessert die Infrastruktur. Offensichtlich hat man mit der Zufahrtsstraße angefangen. Der Ort ist nicht wirklich schön, zieht sich an der Straße die KĂŒste entlang und besteht aus wenig mehr als Ruinen, neu errichteten Hotels und StraßenstĂ€nden. Es ist aber sehr wenig los, dementsprechend ruhig, der Strand ist toll und fast leer und die Gesamtstimmung einfach sehr entspannt. Außerdem fĂ€llt mir auf, dass der Ort vergleichsweise sauber ist und prompt sehe ich ein Plakat, welches stolz verkĂŒndet, dass man den ‚Cambodia Clean City Award‘ erhalten hat.

Kep hat aber noch eine weitere Attraktion und die nennt sich Portunus Pelagicus, oder auch Blaue Schwimmkrabbe. Die Tiere werden vor der KĂŒste gefangen, auf dem örtlichen Krabbenmarkt verkauft und stehen kurz darauf in einem der vielen Restaurants um die Ecke vom Markt auf dem Teller. Eines dieser Restaurants, es trĂ€gt den passenden namen Holy Crab, ist dann auch mein erstes Ziel, nachdem ich meinen Bunglow bezogen habe. Ich habe noch nie eine Krabbe zerlegt, deswegen informiere ich mich vorher, habe aber das meiste schon wieder vergesen, als die Dinger vor meiner Nase stehen. Ich veranstalte ein ziemliches Massaker, komme aber letztlich an alle guten StĂŒcke ran und ich verletze mich auch nicht dabei.

SpĂ€ter leihe ich mir von Peter, dem Besitzer der Bungalows, ein Fahrrad und auf meine Frage, ob er ein Schloss habe, meint er erstens seien die RĂ€der so verranzt, dass sie keiner haben wolle und zweitens wĂŒrde hier sowieso keiner was klauen. Sehr schön. Den Rest des Tages verbringe ich dann damit, in der Gegend herumzufahren, Fotos zu schiessen, am Strand rumzuhĂ€ngen und Bier zu trinken. Hier gefĂ€llt es mir ausgesprochen gut.

Phnom Penh 2

heute ist der angekĂŒndigte Regen da. Macht nichts, ich mache heute den fĂŒr gestern geplanten Gammeltag. Ich habe auch beschlossen, den Besuch von Choeung Ek ausfallen zu lassen: zum einen mĂŒsste ich dafĂŒr 17km mit dem Tuktuk fahren, da sĂ€mtliche Anbieter Choeung Ek nur in Kombination mit Toul Sleng anbieten, wo ich gestern schon war. D.h. ich mĂŒsste das auf eigene Faust machen und mir einen Fahrer besorgen. Dann gibt es dort, außer der bekannten mit SchĂ€deln gefĂŒllten Stupa, nicht viel zu sehen und vor allem habe ich nach gestern erstmal genug von Folter und Tod.

Ich spaziere ein wenig planlos durch die Gegend und schaue mir ein paar MĂ€rkte an, sitze in diversen Cafes, lese oder schreibe und beobachte das Treiben. Ich identifiziere drei verschieden Typen von Tuktuk-Fahrern: die erste Kategorie fragt, aber lĂ€sst den Touristen in Ruhe, nachdem der kein Interesse zeigt. Der zweite Typ ist von der aufdringlichen Art, selbst wenn man vehement verneint, seine Dienste in Anspruch nehmen zu wollen, lĂ€uft er hinterher und fragt, ob man nicht vielleicht doch, oder evtl. morgen, oder ob man vielleicht Gras oder seine Schwester kaufen möchte. Der dritte und bei weitem sympathischste Typ liegt einfach im Tuktuk rum und wartet bis der Kunde ihn anspricht, ich nutze ausschliesslich diese Fahrer.

Des weiteren fĂ€llt mir auf, dass es in Phnom Penh mindestens genauso viele VerrĂŒckte gibt wie in Berlin. Das sind ausnahmslos EuropĂ€er, die wohl hier gestrandet sind und mehr oder weniger verwahrlost rumlaufen und mit sich selbst reden. Ganz wie zuhause. Zum Mittag esse ich gebratenen Reis mit irgendwas und ziehe mich dann zur Siesta ins Hotel zurĂŒck. Ich hatte mir ja vorgenommen, wĂ€hrend dieser Reise sĂ€mtliche Star Trek – Filme in chronologischer Reihenfolge anzuschauen, bin aber bisher erst bis zu Teil IV gekommen, der Zeitreise mit den Buckelwalen, der so peinlich lustig ist, dass ich mich beim Anschauen fast fremdschĂ€me. Vielleicht schaffe ich es ja doch bis zum Ende, ich hab ja immerhin noch gut 15 Stunden Heimreise vor mir.

Phnom Penh 1

heute wollte ich eientlich einen Gammeltag einlegen, zumal ganztĂ€gig Regen angesagt war, als ich aufstehe scheint allerdings die Sonne und so besuche ich noch vor dem FrĂŒhstĂŒck den Königspalast, das ist schonmal ziemlich beeindruckend. Riesengroß, ganz viel Gold und Silber, unzĂ€hlige Buddha-Statuen und auf dem GelĂ€nde die Siberpagode, voller Silber, Gold und Juwelen. MerkwĂŒrdigerweise haben die Ă€rmsten LĂ€nder meist die prunkvollsten ReprĂ€sentanten.

Ich frĂŒhstĂŒcke dann ein mĂ€chtiges Omelett und widerstehe dem Drang, mich sofort wieder hinzulegen. Stattdessen miete ich mir ein Fahrrad und fahre, nachdem ich eine Weile am Mekong-Ufer langgeradelt bin, zum Tuol Sleng Museum. Das wollte ich eigentlich mit einem Besuch von Choeung Ek, dem bekanntesten der Killing Fields, als gebuchte Tour verbinden, aber es passt jetzt gerade. Tuol Sleng ist eine ehemalige Schule, die von den Roten Khmer nach der Machtergreifung in ein GefĂ€ngnis und Folterzentrum umgewandelt wurde. Überlebt haben Tuol Sleng von geschĂ€tzt mindestens 14.000 Insassen genau 7. Die Verbrechen von Pol Pot und seinen Schergen sind hinreichend bekannt, ich bin diesbezĂŒglich auch hart im Nehmen, habe z.B. in Vietnam oder in Hiroshima einiges gesehen, aber Tuol Sleng dreht mir den Magen um. Der sehr gute deutsche Audioguide fĂŒhrt mich durch die Anlage und gibt Infos zu den RĂ€umen, den zahlreichen Fotos und sonstigen Dokumenten und erlĂ€utert anhand von Einzelschicksalen die VorgĂ€nge in dem GefĂ€ngnis. 

Die Tour dauert etwa zwei Stunden und danach brauche ich erstmal eine Pause. Ein Besuch des Museums ist unbedingt zu empfehlen, auch wenn ein Großteil der Infos schwer zu ertragen ist. Mir fĂ€llt nichts besseres ein, als die Bilder mittels viel Bier aus meinem Kopf zu vertreiben, sicher keine angemessene Methode, aber sie funktioniert wenigstens halbwegs. Am Nachmittag besuche ich dann noch das Nationalmuseum, was ich mir aber auch hĂ€tte sparen können. Zum einen weil das nach Toul Sleng wenig beeindruckt, vor allem aber weil es wenig zu sehen gibt, was nicht im Museum in Siem Reap besser dargestellt wĂ€re.

Am Abend esse ich das zweite kambodschanische Nationalgericht, Amok genannt. Trotz den Namens ein eher harmloses, aber sehr leckeres Gericht, ich wĂ€hle die Variante mit Fisch. WĂ€hrend des Essens plane ich die nĂ€chsten Tage: gestern hatte ich im Hotel einen Ă€lteren HollĂ€nder kennengelernt, der in Phnom Penh lebt und der hatte mir Kep empfohlen, eine kleine KĂŒstenstadt im SĂŒdwesten. Was ich darĂŒber lese gefĂ€llt mir, also buche ich die Fahrt mit einem Minibus und vor Ort einen kleinen Bungalow, ĂŒbermorgen frĂŒh geht es los.

Siem Reap – Phnom Penh

fĂŒr meine Fahrt in die kabodschanische Hauptstadt kann ich zwischen einer Menge verschiedener, mehr oder weniger vertarauenserweckender Busunternehmen wĂ€hlen. Ich habe mich fĂŒr Giant Ibis entschieden, die zwar etwas teurer sind, dafĂŒr aber laut der empfehlenswerten Seite movetocambodia.com die einzigen, die mit Sicherheitgurten aufwarten können. Als Bonus gibt es gute Beinfreiheit und manchmal funktionierendes WLan an Bord. Da ich die Fahrt schon gestern gebucht habe, werde ich am Hotel abgeholt und zum Busbahnhof gefahren.

Die Fahrt dauert dann knapp 6 Stunden inklusive mehrerer Pausen und ist tatsĂ€chlich sehr angenehm. Giant Ibis kann ich empfehlen. Ohne es zu wissen habe ich ein Hotel in Fußweite vom Busbahnhof ausgesucht, ich muss nur gut 5 Minuten marschieren und kann dann einchecken. Nachdem ich mein Zimmer im 4. Stock bezogen habe, weiss ich auch, wieso es so gĂŒnstig ist: nebenan wird gebaut und jemand hĂ€mmert mit einem Presslufthammer oder was Ă€hnlichem an der Wand herum. Der hat hoffentlich irgendwann Feierabend.

Nach zwei Tagen Schonkost teste ich meinen Magen mit einem Willkommensbier und er hat nichts dagegen. Hurra! SpĂ€ter gehe ich in ein Restaurant um die Ecke und esse eines der kambodschanischen Nationalgerichte, Lok Lak, was extrem gut schmeckt.und ziehe mich dann relativ frĂŒh ins Hotel zurĂŒck, eine gute Entscheidung, weil es kurz darauf anfĂ€ngt zu schĂŒtten.

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