RIP Lemmy!

Wenn der Tod eines 70jĂ€hrigen Rockers sĂ€mtlichen Online-Nachrichtenportalen und allen respektablen Tageszeitungen und Nachrichtensendungen eine Meldung wert ist, muss es sich ohne Zweifel um eine außergewöhnliche Person handeln.

Am 28.12., vier Tage nach seinem 70. Geburtstag, verstarb Ian Fraser ‚Lemmy‘ Kilmister an einer Krebserkrankung, die nur zwei Tage vorher diagnostiziert wurde. Die UmstĂ€nde seines Todes, sein Leben, seine Musik und sein legendĂ€rer Zigaretten-, Jack&Coke- und Amphetaminkonsum sind allgemein bekannt, hier kommt mein persönlicher Nachruf:

Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wann genau ich zum ersten Mal einen Motörhead-Song gehört habe, es ist aber SEHR lange her: im zarten Alter von 11 Jahren entdeckte ich mit Iron Maiden die NWoBHM und damit war ich angefixt. Seitdem kann ich keinen Popsong mehr hören, ohne einen leichten (oder akuten) Brechreiz zu verspĂŒren. Schon bald waren mir Maiden zu lasch und die nie endende Suche nach hĂ€rterem Stoff begann. Wohlgemerkt, zu dieser Zeit waren Metallica bestenfalls eine Garagenband, die Diamond Head coverte und Slayer versuchten sich an Judas Priest – Songs.

Und so landete jeder, der 1980/81 neue HĂ€rtegrade suchte, zwangslĂ€ufig irgendwann bei Motörhead. Wie gesagt, ich weiss nicht mehr wann und wie, aber irgendwann hatte ich ein Tape des „No Sleep til Hammersmith“ – Albums in meinen HĂ€nden und das war der heisse Scheiss! Ich kann mich noch erinnern, wie ich im Plattenladen das Cover bewunderte: ein unscharfes Foto, drei kaum erkennbare Typen, darĂŒber der Bomber und im Vordergrund die Köpfe der Meute und ein paar ausgestreckte HĂ€nde mit dem Stinkefinger.

Klingt heute vielleicht lĂ€cherlich, aber in prĂ€-Internet- und sogar prĂ€-Metal Hammer-Zeiten (und auf einen 12jĂ€hrigen Volker) strahlte die Band, ĂŒber die ich nichts wusste, etwas Geheimnisvolles und vor allem GefĂ€hrliches aus. Außerdem war es auch damals schon cool, in der Schule vor seinen Kumpels mit einer neuen, noch hĂ€rteren Band anzugeben.

Ein paar Jahre spĂ€ter war ich regelmĂ€ĂŸiger Metal Hammer- und RockHard-Leser und hatte mir den kompletten Motörhead-Backkatalog sowie eine VokuHila-Matte zugelegt. Die Suche nach mehr HĂ€rte hatte mittlerweile (mit fleissiger Hilfe meines Bruders) neben Metallica, Slayer, etc. auch Discharge, GBH, the Exploited usw. zu Tage gefördert. Neben diesen Bands hatte Motörhead hĂ€rtetechnisch natĂŒrlich keine Chance, aber im Gegensatz zu den bald als Poser abgekanzelten Weicheiern wie Van Halen, Mötley CrĂŒe, Priest (zu ‚Turbo‘-Zeiten) etc., war es immer noch cool, Lemmy zu hören!

Der hatte der Band mittlerweile eine Frischzellenkur verpasst und brachte 1986 mit Phil Campbell, WĂŒrzel und Pete Gill den Klassiker ‚Orgasmatron‘ raus. Der Titelsong, Lemmys Abrechnung mit Religion, Politik und Krieg, die er als die „drei grĂ¶ĂŸten Übel der Menschheit“ bezeichnete, wurde zu meiner Hymne und war maßgeblich an meiner Entscheidung beteiligt, mit 18 Jahren aus der Kirche auszutreten.
Im Gegensatz zu den damals oft mehr als albernen Texten der meisten Metal-Bands (Manowar
) hatte Lemmy nĂ€mlich schon immer was zu sagen. Herrlich kontrĂ€r zu seinem Image war Mr. Motörhead ein sehr gebildeter, höflicher und ĂŒberaus intelligenter Zeitgenosse.

Trotz seiner zahllosen AffĂ€ren hat ĂŒbrigens noch nie jemand davon gehört, dass Lemmy eine Frau schlecht behandelt hĂ€tte, im Gegenteil sprechen sĂ€mtliche Damen, die seinen Weg ‚gekreuzt‘ haben, in den höchsten Tönen von Mr. Kilmister und bezeichnen ihn als wahren Gentleman.

Im Laufe der 90er etablierte sich dann das finale Motörhead-Lineup mit Phil Campbell und Mikkey Dee. In dieser Besetzung nahm die Band ein großartiges Album nach dem Anderen auf und langsam aber sicher zementierte sich Lemmys Ruf als ‚Elder Statesman‘ des Rock’n’Roll, dem von der kompletten Rock-Szene großer Respekt entgegengebracht wurde. Mehr als verdient!

Mein Musikgeschmack hat sich ĂŒber die Jahre natĂŒrlich verĂ€ndert und vor allem erweitert, das eine oder andere Motörhead-Album wurde aber zu allen Zeiten immer mal wieder aufgelegt. Allerdings: obwohl die Band fast jedes Jahr in Deutschland tourte, habe ich es bis im letzten Jahr nie geschafft, Motörhead mal live zu sehen. 2014 in Wacken hat es dann endlich geklappt und ich bin jetzt heilfroh, dass ich Lemmy (den damals gerade wiedervereinigten) Carcass vorgezogen habe.

Ich hatte auch ĂŒberlegt, mir das Konzert im Dezember 2015 in Berlin anzuschauen, habe mich dann aber wegen der fĂŒr mich völlig uninteressanten Vorbands dagegen entschieden. HĂ€tte ich gewusst, dass das Lemmys allerletztes Konzert ĂŒberhaupt werden wĂŒrde, hĂ€tte ich mich mit Freuden bei Saxon gelangweilt, so durfte ich immerhin einmal in Wacken die legendĂ€ren Worte hören:

‚We are Motörhead and we play Rock’n’Roll!‘

Kreta und die weiteren PlÀne

Nachdem ich letztes Wochenende erfahren habe, dass zumindest eine Person dies hier regelmĂ€ĂŸig liest (Hallo Katja!), gibt es heute mal ein Update.

Ich werde dieses Jahr auf eine grĂ¶ĂŸere Reise im Herbst verzichten, zum einen weil ich nicht mehr genĂŒgend Urlaub habe um drei volle Wochen unterwegs zu sein, zum anderen auch um Geld zu sparen (mein Motorrad und meine ZĂ€hne haben ein unangenehmes Loch in meinem Konto verursacht).

So ganz ohne geht es aber auch nicht und da hat sich kĂŒrzlich eine gute Gelegenheit ergeben: mein alter Freund und ex-Bandkollege aus Pirmasenser Zeiten DJ (der kein DJ ist, aber US-StaatsbĂŒrger und Donald John heißt), lebt seit einiger Zeit auf Kreta und hatte nichts dagegen, dass ich mich gleich eingeladen habe. Ich kann bei ihm unterkommen, das wird also eine Low Budget – Reise. Ich werde vom 02. bis 09. September dort sein und habe bereits bei EasyJet einen gĂŒnstigen Flug gebucht und mir beim ADAC ein Auto gemietet. DJ wohnt in Stalida, das ist ein kleiner Ort zwischen Heraklion und Agios Nikolaos, was ein idealer StĂŒtzpunkt fĂŒr mich ist: bei meinem letzten Kreta-Aufenthalt vor drei Jahren habe ich nĂ€mlich in Rethymnon gewohnt und mich deswegen auf den Westteil der Insel beschrĂ€nkt, also ist jetzt der Osten dran.

Das Timing ist gut, denn DJ hat mir berichtet, dass er zu Ende September seine Zelte abbricht und nach Orlando zieht,  wo er irgendeinen guten Job aufgetan hat. Was doppelt praktisch ist, da ich so nicht nur jetzt nach Kreta komme, sondern fĂŒr die Zukunft auch eine Anlaufstelle in Florida habe.

Was mich zu den PlĂ€nen fĂŒr 2016 bringt: Ich wĂŒrde total gerne endlich mal eine USA-Reise machen, in San Francisco starten (da kenn ich nĂ€mlich auch jemanden) und dann halt die ĂŒbliche Tour mit Las Vegas, Death Valley, Grand Canyon, Yosemite NP, Monument Valley, usw. Das Problem dabei ist, dass eine solche Reise extrem teuer ist wenn ich sie alleine mache und ich habe bisher niemanden gefunden, der/die mitmachen wĂŒrde, bzw. ich auch mitnehmen möchte. Interessenten bitte melden.

Das zweite ‚Problem‘ ist, dass mich zwei gute Freunde gefragt haben, ob ich im Mai mit ihnen drei Wochen nach Costa Rica reisen will und da hĂ€tte ich auch richtig Lust drauf. Beides geht urlaubstechnisch und finanziell leider nicht, ich muss mich also irgendwann entscheiden. Ich werde es davon abhĂ€ngig machen, ob ich einen Reisepartner fĂŒr USA finde.

 

Rest in Peace, Lei Jun!

Ich hab es heute erst erfahren, bereits am 06. Mai ist Lei Jun, der SĂ€nger der legendĂ€ren Pekinger Skinhead-Band MiSanDao im Alter von nur 40 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben. Ich durfte Lei Jun wĂ€hrend meines Peking-Aufenthalts im letzten Jahr kennenlernen, als ich sein Restaurant ‚Noodle Inn‘ besuchte.

Ich kann mich noch genau an unsere erste Begegnung erinnern: Lei Jun betrat seinen Laden wĂ€hrend ich noch am Essen war, zeigte auf mein Eyehategod-T-Shirt, grinste breit und stellte mir ungefragt erstmal ein Bier vor die Nase, bevor er mich ansprach.  Ich habe dann drei Abende mit ihm in seinem Restaurant verbracht, wĂ€hrend derer er mich mit ausgezeichnetem Essen und unzĂ€hligen Bieren versorgte und wir jedes Mal bis spĂ€t in die Nacht ĂŒber Punkrock, China und den Rest der Welt philosophierten.

Lei Jun erzĂ€hlte mir, er habe die Band kĂŒrzlich verlassen, um sich auf sein Restaurant zu konzentrieren, welches schon zum Zeitpunkt meines Besuches mehr als nur ein Geheimtip war. FĂŒr diesen Sommer hatte er mit seiner Frau eine Europa-Reise geplant, um ihr einige der vielen StĂ€dte zu zeigen, in denen er mit MiSanDao gespielt hatte.

Ich hĂ€tte mich sehr gefreut, ihn hier in Berlin zu begrĂŒĂŸen und ihm ein StĂŒck der Gastfreundlichkeit zurĂŒckzugeben, die er mir entgegengebracht hat. Und mich fĂŒr die zahllosen Biere, die er mir ausgegeben hat, zu revanchieren. Ich werde jetzt eine Menge davon auf sein Wohl trinken!

 

ITB 2015

Ich komme gerade von der diesjĂ€hrigen ITB zurĂŒck und ausser jeder Menge Fernweh habe ich mir ca. 5kg an Informationsmaterial mitgebracht. Zuerst mal alles Mögliche fĂŒr meine Ukraine/Russland-Reise und ich merke, dass ich ein Problem habe: Es gibt ĂŒberall so viel zu sehen, dass ich gar nicht weiss, wo ich anfangen soll. Es war ja schon vorher klar, dass die Zeit mal wieder viel zu kurz sein wird, aber diesmal erschlĂ€gt mich das Angebot dermassen, dass ich wirklich selektiv vorgehen muss. In Moskau gibt es bestimmt 100 Museen, von denen geschĂ€tzt ein Viertel fĂŒr mich interessant ist, dazu Tonnen von SehenswĂŒrdigkeiten. In St. Petersburg sieht es nicht anders aus und, was ich nicht dachte, Kiew steht dem in nichts nach.

Ich habe mir also Wunschlisten erstellt und bin gerade dabei, diese rigoros zusammenzustreichen. Ich will ja nicht nur von einem Termin zum nÀchsten rennen, sondern auch mal rumgammeln, mich irgendwo hinsetzen und Leute beobachten, abends die lokalen Alkoholika ausprobieren und dann ausschlafen usw.

FĂŒr den Herbst bin ich immerhin schon so weit, dass ich mir Kuba abgeschminkt habe, das ist als Backpacker zu teuer. Ich denke ĂŒber Japan nach, das hatte ich letztes Jahr schonmal durchgerechnet und entgegen der landlĂ€ufigen Meinung ist das Land relativ gĂŒnstig zu bereisen. Der Plan wĂ€re, zu Beginn und zum Ende der Reise insgesamt eine Woche in Tokyo zu verbringen und dazwischen zwei Wochen mit einem Railpass rumzufahren.

Sollte auch das mein Budget ĂŒberschreiten, wird es wieder SĂŒdostasien, Kambodscha, Laos oder Malaysia stehen auf meiner Liste ganz oben. HĂ€tte ich doch nur mehr Zeit zum Reisen, verdammt aber auch!

UrlaubsplÀne 2015

Auch in 2015 werde ich wieder zwei Reisen unternehmen, wie ĂŒblich eine im FrĂŒhjahr und eine im Herbst. FĂŒr Herbst habe ich ein paar Ideen, Kuba oder Japan sind Wunschziele, da ich aber letztes Jahr ziemlich viel Geld ausgegeben habe, wird es diesmal wahrscheinlich was GĂŒnstigeres. Kambodscha und/oder Laos sind Optionen, aber das werde ich im Laufe des Sommers entscheiden. AbhĂ€ngig von meinem Kontostand.

Im FrĂŒhjahr wollte ich ursprĂŒnglich wieder wandern gehen, ich habe aber was besseres gefunden: Ich habe hier eine 2-Tages-Tour nach Tschernobyl gebucht! Als Kind der 80er habe ich die Reaktorkatastrophe damals bewusst miterlebt, seitdem unzĂ€hlige Dokus und Berichte darĂŒber gesehen und gelesen und habe schon ewig davon getrĂ€umt, mir das alles vor Ort anzuschauen. Der Anbieter scheint seriös, zumindest habe ich nur positive Berichte gefunden und der Preis von 280,-€ erscheint mir auch moderat.

Starten wird der Trip in Kiew und wenn ich dann schonmal in der ehemaligen Sowjetunion bin, kann ich noch zwei weitere StĂ€dte mitnehmen, die ich gerne besuchen möchte, nĂ€mlich Moskau und St. Petersburg. Die benötigten FlĂŒge sind extrem billig, der Plan ist Berlin-Kiew, Kiew-Moskau, Moskau-St. Petersburg und St. Petersburg-Berlin, was mich insgesamt zum jetzigen Stand gerade mal ca. 250,-€ kosten wird.

FĂŒr die Ukraine besteht zwar eine Reisewarnung des AuswĂ€rtigen Amtes, diese betrifft aber nur die Krim und den SĂŒdwesten des Landes. Ich werde mich lediglich im Norden aufhalten, deswegen besteht da keine Gefahr. Sollte sich bis zum Mai diesbezĂŒglich was Ă€ndern, werde ich die Reise absagen bzw. Ă€ndern, deswegen wird diesmal auch eine RĂŒcktrittsversicherung nötig sein.

FĂŒr die Ukraine brauche ich kein Visum, fĂŒr Russland schon, das stellt aber keine HĂŒrde dar, im Gegensatz zu frĂŒheren Zeiten ist keine persönliche Einladung mehr nötig. Ich konnte keine exakten Infos zu dem Preis finden, er wird aber wohl zweistellig sein. Unterkunft und sonstige AufwĂ€nde sind in allen drei StĂ€dten sehr gĂŒnstig (wenn man nicht gerade in Luxushotels absteigt), so dass ausser den FlĂŒgen und dem Tschernobyl-Trip nicht mehr allzu viele Kosten auf mich zukommen. Das Wetter im Mai ist ok, Durchschnittstemperaturen zwischen 10 und 15° und relativ wenig Regen.

Guter Plan!

Wacken 2014 – Samstag

Es zeigt sich, dass die Tatsache, dass der VIP-Campingbereich so weit weg ist, eine gute Sache ist, es ist nĂ€mlich angenehm ruhig und so schlafe ich ausgezeichnet und werde gegen 8:00h auch nur deswegen wach, weil ich gestern in meinem besoffenen Kopf die falsche Seite des Autos abgehangen habe und mir die Sonne genau ins Gesicht scheint. Der Kater hĂ€lt sich aber in Grenzen und auch die Schlange vor den (unerwartet sauberen) Duschen ist kurz, also bin ich kurz darauf sauber und bereit fĂŒr den Tag.

Um 11h gehts los, Arch Enemy auf der HauptbĂŒhne, von denen ich aber nur den Anfang mitbekomme, da auf der kleineren Party Stage Prong spielen. Dort ist relativ wenig los, was die New Yorker nicht davon abhĂ€lt, einen großartigen Gig hinzulegen. Tommy Victor, der bis auf seinen Bart noch genauso aussieht wie vor 20 Jahren, ist gut aufgelegt und wir bekommen einen Mix aus Klassikern und Songs des aktuellen Albums ‚Ruining Lives‘. Die zweite Gitarre fehlt bei den ‚Cleansing‘ – Songs schon, macht aber nichts, Band und Publikum haben Spass und bei ‚Snap your Fingers, Snap your Neck‘ gibts einen niedlichen Circlepit mit vielleicht 10 Teilnehmern.

Danach gehts gleich weiter mit Sodom, die ich ebenfalls noch nie gesehen hab. Sodom nĂŒchtern geht nicht, deswegen kippe ich mir in kĂŒrzester Zeit vier Bier rein und habe das nötige Level. Der Einstieg mit ‚Agent Orange‘ wird leider durch den absolut grottigen Sound vermiest, es wird nach ein paar Songs aber besser. Die Setlist ist gut, ein schöner Mix aus Altem und Neuem, auf das unsĂ€gliche ‚Bombenhagel‘ wird zum GlĂŒck verzichtet. Tom fĂŒhrt mit sympathischem Ruhrpott-Charme durch das Set, bei ‚Ausgebombt‘ darf irgendein Nachwuchs-Gitarrist aus Australien mitzocken. Tom dankt dann noch dem lieben Gott (!) dafĂŒr, dass Lemmy wieder fit ist, lĂ€dt alle Zuhörer zum Mitsaufen an irgendeinem Stand ein und das wars.

Das Bier habe ich zu diesem Zeitpunkt lĂ€ngst wieder ausgeschwitzt und ich beschliesse, nach Emperor zurĂŒckzufahren. Ich wĂŒrde ja gerne Kreator sehen, aber die fangen erst nach Mitternacht an und bis dahin interessiert mich nur noch Amon Amarth. Die sind ja sowieso jedes Jahr in Deutschland unterwegs, kann ich also jederzeit nachholen. Die Aussicht auf eine staufreie Heimreise und auf mein Bett ist zu groß.

Die letzte Aktion ist also der Emperor-Gig. Die Band existiert ja schon seit 2001 nicht mehr, hat seit 2005 sporadisch Gigs gespielt, monetĂ€re GrĂŒnde mögen dabei eine Rolle spielen, ist mir aber egal. Dieses Jahr feiert man das 20jĂ€hrige JubilĂ€um des DebĂŒts ‚In the Nightside Eclipse‘ und tourt diverse Festivals in Europa mit dem original-Drummer (und verurteilten Mörder) Faust am Schlagzeug. Das komplette Album wird chronologisch durchgespielt und als Zugabe gibts ein paar Songs der ‚Wrath of the Tyrant‘ – EP von 1992.

Das Songmaterial ist unantastbar genial, es ist nicht zu fassen, dass die Musiker, damals gerade mal um die 18 Jahre alt, solche Kompositionen aus dem Ärmel geschĂŒttelt haben. 20 Jahre spĂ€ter spielen sie das Zeug natĂŒrlich mal eben so locker aus dem Handgelenk, was nicht weniger beeindruckend ist und es stehen diverse Zuschauer bewegungslos mit offenem Mund da, das sind dann die Musiker im Publikum… Der einzige Kritikpunkt ist Faust, der hat nĂ€mlich einige Probleme mit den Doublebass-Parts, die sind doch teilweise etwas schief. HĂ€tte er mal keine 10 Jahre im Knast gesessen.

Das tut dem Konzert aber keinen Abbruch, die Songs sind wie gesagt göttlich und nach dem Bathory-Cover ‚A Fine Day To Die‘ ist Schluss. Ich mache mich dann auch gleich auf den Weg, bin gegen 23:00h zuhause und kann frisch geduscht den Kreator-Gig auf Arte sehen. Die Essener legen das komplette Infield in TrĂŒmmer und es tut mir dann schon leid, dass ich das nicht vor Ort miterleben kann. Als ich spĂ€ter dann sauber im eigenen Bett liege, tut es mir nicht mehr so leid.

Wacken 2014 – Freitag

Die Anreise verlÀuft völlig problemlos: Ich fahre Donnerstag gegen 19:00h los und komme nach knapp drei Stunden Fahrt bei Evelyn in Hamburg an. Evelyn muss Freitag arbeiten, deswegen gehen wir nicht mehr aus, sondern setzen uns mit einer Flasche Wein auf Ihren Balkon und zeigen uns gegenseitig Urlaubsfotos.

Ich schlafe ausgezeichnet auf der Couch und mache mich um 9:30h auf den Weg. Auch heute komme ich ohne Stress durch und kann eine knappe Stunde danach einchecken. Der VIP-Camping-Bereich ist dieses Jahr ewig weit weg und ich muss eine gute halbe Stunde laufen bis ich auf dem Platz bin :-(

Als ich ankomme spielen Chtonic gerade die letzten StĂŒcke und danach starten Skid Row. Langweilig. Ich habe also noch Zeit fĂŒr ein paar Willkommensbiere bevor es mit Endstille das erste Brett gibt.

Endstille sind, naja, halt Endstille. FĂŒr zwei Songs kommt Mannevond von Koldbrann auf die BĂŒhne, das ist jetzt keine große Überraschung, eher schon olle Grave Violator, mit dem das Sodom-Cover ‚Blasphemer‘ runtergeprĂŒgelt wird. Zum Schluss ‚Navigator‘ und das wars dann. Black Metal bei Sonnenschein funktioniert halt nicht so gut.

Um 17h gibts dann Heaven Shall Burn, obwohl ich fĂŒr den ganzen Metalcore Kram 20 Jahre zu alt bin, gefallen mir die ThĂŒringer ausgesprochen gut. Mit dem (zusammen mit Slayer) besten Sound des gesamten Festivals gesegnet, schafft die Band den ersten riesigen Circlepit. Respekt, bei bestimmt 35° in der Sonne!

Mir reichts danach auch und ich ziehe mich bis Motörhead zum Auto zurĂŒck. Es ist abartig heiss und ich schaffe es, mir trotz Sunblocker die Nase zu verbrennen. Rechtzeitig zu Lemmy ist das Infield dann gerammelt voll. Endlich schaffe ich es heute, Motörhead mal live zu sehen, ich hatte ja letztes Jahr die BefĂŒrchtung, dass es zu Ende geht, aber Lemmy ist der Gott des Rock’n’Roll und wird ewig leben!

Der Gig ist solide, Lemmy gut aufgelegt und das Publikum frisst ihm natĂŒrlich aus der Hand. Trotz des nur eine Stunde langen Auftritts gibt es ein relativ langes Schlagzeugsolo in der Mitte, sicher damit Lemmy sich etwas erholen kann, es sei ihm gegönnt. Zu ‚Killed by Death‘ kommt die abgetakelte Doro Pesch auf die BĂŒhne (O-Ton der Typ neben mir: ‚der hat die mit Sicherheit schon gebumst!‘), mit der Zugabe ‚Overkill‘ verabschiedet sich die Band und bekommt minutenlange Standing Ovations. Nu hab ich sie gesehen, hoffentlich war das nicht das letzte Mal und Lemmy bleibt uns noch lange erhalten!

Mittlerweile wird es langsam dunkel und man macht sich fĂŒr Slayer bereit. Ich habe die Band schon 6 oder 7 mal gesehen, zuletzt 2010 in Wacken. Dieser Gig war eine EnttĂ€uschung, der Sound war unterirdisch, die Band gelangweilt und ich hatte sie danach abgeschrieben, dementsprechend wenig erwarte ich mir heute. Ich werde allerdings eines besseren belehrt, was heute geboten wird ist Weltklasse: Ein fĂŒr ein Open Air großartiger Sound, abartig laut, aber trotzdem klar und eine ĂŒberraschend Oldschool-lastige Setlist lassen das Konzert zu einem Triumphzug werden.
Wenig ĂŒberraschend ist der Einstieg mit ‚Hell Awaits‘, danach gehts dann aber Schlag auf Schlag, ohne großartige Ansagen weiter: ‚The Antichrist‘, ‚Necrophiliac‘, ‚Mandatory Suicide‘, ‚War Ensemble‘, ‚Postmortem‘, ‚Captor of Sin‘, ‚Seasons in the Abyss‘, ‚Born of Fire‘, ‚Dead Skin Mask‘, ‚Raining Blood‘, ‚Black Magic‘, ‚South of Heaven‘. An neuerem Zeug werden zwischendurch lediglich ‚Hate Worldwide‘ und ‚Disciple‘ gespielt, letzter Song natĂŒrlich ‚Angel of Death‘ mit dem Jeff Hannemann Backdrop.
Es scheint, als habe der Einstieg von Gary Holt der Band eine Frischzellenkur verabreicht, ich revidiere jedenfalls meine Meinung und ziehe meinen Hut. Obwohl Kerry King echt beschissen aussieht.

Danach kann nichts mehr kommen, deswegen höre ich mir die ersten paar Songs von King Diamond in der VIP-Bar an, stelle fest, dass mir der Falsettgesang tierisch auf die Nerven geht und marschiere zum Auto. Gute Nacht!

Update Wacken

Gestern ist mein Wacken-Ticket angekommen, vielen Dank Bernie! Ich habe mir gleich beim ADAC ein Auto gemietet, diemal nicht die Mini-Kategorie, sondern einen fetten Kombi (IWMR). Kostet gerade mal 20,-€ mehr, als die kleinste Kategorie. Ich werde zwar ein Zelt mitnehmen, werde aber eher im Auto schlafen. Ich stehe zwar nicht bei dem ordinĂ€ren Volk, sondern im Presse-Zeltbereich, da kann es aber erfahrungsgemĂ€ss auch recht laut werden und ausserdem wĂ€re Wacken nicht Wacken, wenn es nicht mindestens einmal ordentlich regnen wĂŒrde. 2012 war das gesamte GelĂ€nde eine einzige SchlammwĂŒste. Da liege ich doch lieber im Auto.

Matti kĂŒmmert sich um Maggie wĂ€hrend ich weg bin. Das Auto hole ich Donnerstag abend ab, ich weiss aber noch nicht, ob ich dann gleich fahre, oder ob ich bis Freitag frĂŒh warte. Da ich Maggie erst gegen 21:00h abliefern kann wĂŒrde ich es sowieso nicht mehr schaffen, rechtzeitig zu Accept dort zu sein, also werde ich wohl eher erst Freitag losfahren. Mal sehen wie fit ich Donnerstag abend bin.

Wacken 2014

Unerwarteterweise tut sich mir evtl. die Möglichkeit auf, dieses Jahr nochmal nach Wacken zu fahren! Letzten Samstag hab ich bei Sarahs und Andres Hochzeitsfeier Bernie Schick kennengelernt. Bernie ist bei dem Festival- und Tourveranstalter FKP Scorpio fĂŒr das Booking der Bands verantwortlich und er kennt die Wacken-Leute. Ich zwar auch, aber jetzt nicht so gut, dass ich mal eben nach einem VIP-Ticket fragen könnte. Bernie allerdings schon und er meinte, das sei kein Problem, solange das nur fĂŒr mich alleine gilt.

Alleine ein Festival zu besuchen ist zwar nicht unbedingt toll, allerdings kenne ich von meinen letzten beiden Besuchen 2010 und 2012 noch diverse Leute und es wird sich sicher nicht vermeiden lassen, dass man sich im Presse-Bereich mal ĂŒber den Weg lĂ€uft.

Sollte es mit dem Ticket klappen, werde ich mir von Donnerstag Abend bis Sonntag Mittag ein Auto mieten, ins Holy Wacken Land fahren und hoffen, dass ich nicht, wie vor zwei Jahren, im Schlamm versinke. Das Lineup ist dieses Jahr fĂŒr mich eher mĂ€ĂŸig, richtige Highlights sind (außer Motörhead) nicht dabei, aber was solls, das wird eine gĂŒnstige Angelegenheit.

Headliner am Donnerstag sind Accept, die gerade ihren dritten oder vierten FrĂŒhling feiern. Lustigerweise ist das die Band, die ich 1985 (glaube ich) bei meinem allerersten Metal-Konzert gesehen hab. Alleine deswegen möchte ich sie mir nochmal anschauen, obwohl das schon lange nicht mehr meine Musik ist.

Freitags wirds dann besser, auf jeden Fall anschauen werde ich mir Heaven Shall Burn, Motörhead und Slayer. Dummerweise spielen gleichzeitig mit Motörhead Carcass auf der kleinen BĂŒhne, ich gebe natĂŒrlich Lemmy den Vorzug. Sollte ich nach Slayer noch fit sein, gibts King Diamond, wĂ€re interessant zu sehen, ob der alte Sack den Falsettgesang noch genauso hinbekommt wie ihn den 80ern. Vreid mit einer Sondershow, bei der die Songs der Windir-DVD ‚Sognametal‘ gespielt werden, werde ich um 2:00h nachts wohl nicht mehr schaffen. Ich hab ein Video der gleichen Show vom Hellfest gesehen und was da gesangstechnisch geboten wurde (Valfars Bruder wechselt sich mit Vreids Sture am Mikrofon ab) war ziemlich unterirdisch, das haben die Songs nicht verdient.

Der Samstag wartet dann mit den meisten fĂŒr mich interessanten Bands auf, da wĂ€ren Prong, Sodom, Behemoth, Emperor (‚In The Nightside Eclipse‘ komplett mit Faust am Schlagzeug), Amon Amarth und Kreator. Dazwischen noch Megadeth, von denen mir allerdings ĂŒberhaupt nichts nach ‚Peace Sells‘ gefĂ€llt. Ich werde trotzdem hingehen, alleine um mal das Wrack Dave Mustaine zu sehen. Sollte ich an Schlaflosigkeit leiden und (was noch unwahrscheinlicher ist) noch halbwegs nĂŒchtern sein, kann ich mir um 2:15h nachts noch Koldbrann antun, aber ich schĂ€tze mal das wird nichts.

Ich hoffe, Bernie bekommt das mit dem Ticket hin, das wĂ€re noch mal ein Highlight fĂŒr diesen Sommer!

 

Urlaubsplanung Herbst 2014

Wie ĂŒblich fange ich sofort mit der Planung der nĂ€chsten Reise an. Ich werde im Oktober oder November unterwegs sein, diesmal nur drei Wochen, mehr bekomme ich nicht genehmigt.

Es stellen sich mehrere Optionen: SĂŒdostasien ist eine Möglichkeit, ich wĂŒrde gerne nochmal nach Vietnam und dann auch noch Laos oder Kambodscha mitnehmen. Eine weitere Möglichkeit, auf die mich Daniel, den ich in Irland kennengelernt habe, gebracht hat, ist Japan. Die FlĂŒge sind relativ gĂŒnstig, mit etwas GlĂŒck unter 600,-€ ab und bis Berlin. Ich könnte ein paar Tage in Tokio verbringen und mir dann fĂŒr 14 Tage einen RailPass kaufen, mit dem man sĂ€mtliche Shinkansen-ZĂŒge nutzen kann und herumfahren.

Seit ich letztes Jahr den Stand auf der ITB besucht habe, spukt noch ein weiteres Ziel in meinem Kopf rum, was mich nicht mehr loslĂ€sst, nĂ€mlich Nordkorea. Seit ein paar Jahren ist es möglich, an gefĂŒhrten Gruppenreisen dorthin teilzunehmen.

Alle Reisen nach Nordkorea starten und enden in Peking, FlĂŒge dorthin gibts ab ca. 650,-€. WĂ€re also eine recht teure Angelegenheit, aber dafĂŒr könnte ich mir noch eine gute Woche lang Peking anschauen, was schon alleine eine ziemlich coole Sache ist.

Schwierige Entscheidung aber ich habe ja noch Zeit.