Nagasaki 2

Ich habe gestern tatsĂ€chlich nichts mehr unternommen, bin vom Hafen direkt ins Hotel und lag auch um 21h im Bett, weswegen ich heute frĂŒh Punkt 6h wach und fit bin. Ich stehe also auf, wasche ein paar Klamotten und frĂŒhstĂŒcke in Ruhe, dann fahre ich mit der Tram zum Atomic Bomb Museum.

Nagasaki steht ja ein wenig im Schatten von Hiroshima, weil es ’nur‘ die zweite Bombe war und vielleicht auch weil es weniger Opfer gab. Was ĂŒbrigens nicht an der verwendeten Bombe lag, im Gegenteil, die Plutoniumbombe ‚Fat Man‚ hatte eine um fast ein Drittel höhere Sprengkraft als die Hiroshima-Bombe, allerdings wurde sie a) am Rand des besiedelten Gebietes gezĂŒndet, da es am Tag des Abwurfs bewölkt war und der BombenschĂŒtze daher den geplanten Zielpunkt verfehlte und b) bremste das bergige GelĂ€nde die Druckwelle.

Das hiesige Museum gefĂ€llt mir aber besser als das in Hiroshima, zumal ich sehr frĂŒh da bin und noch kaum Besucher dort sind (als ich das GebĂ€ude verlasse, kommen gerade mehrere Schulklassen rein, GlĂŒck gehabt). Die Exponate sind logischerweise Ă€hnlich, Überreste der Explosion und Infos zu Entwicklung, Wirkungsweise und den Effekten der Bombe, aber hier ist das alles ein StĂŒck interessanter und besser dargestellt. Es gibt mehrere RĂ€ume, in denen Dokumentationen und Interviews mit Zeitzeugen laufen, außerdem Terminals, an denen der Besucher selbst recherchieren kann. Sehr gut gemacht!

Die Memorial Hall ist eine eindrucksvolle Installation aus Beton, Licht, Glas und Wasser und enthĂ€lt im Zentrum eine Art Schrein mit den Namen sĂ€mtlicher bekannter Opfer. Außerdem kann man mittels dreier Monitore und 3d-Brille einen Flug durch ein VR-Modell der zerstörten Stadt machen. Der Hypocenter der Explosion ist mit einem Gedenkstein gekennzeichnet, von dort aus spaziere ich zum Peace Park mit einer riesigen Statue. Überall sind Tafeln mit Infos zu allen möglichen Aspekten der Explosion, vorher – nachher Fotos von betroffenen Stadtvierteln und vieles mehr. Gegen Mittag ist mein Hirn voll und ich fahre zurĂŒck ins Hotel. In der Tram sitzt ein Opa neben mir, der wĂ€hrend der Fahrt mit seinem Handy Pokemons abschiesst.

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