Peking 5 – Verbotene Stadt

Ich wollte eigentlich früh aufstehen, schlafe aber ewig und komme deswegen erst gegen 10h in die Gänge. Heute steht die Verbotene Stadt an, ich fahre also wieder zum Tiananmen-Platz, marschiere durch das Tor des Himmlischen Friedens mit dem berühmten Mao-Portrait und stelle erstmal fest, dass die Hölle los ist. Da heute ein gewöhnlicher Wochentag ist, nehme ich an, dass immer so viel los ist und beschwere mich nicht. Es wird ja überall gerne über die nervigen Touristen gelästert, ich mache das zuhause ja auch, weiss aber schon, dass es eigentlich Blödsinn ist. Touristen sollten überall willkommen sein, da sie schliesslich Kohle ins Land bringen und hier bin ich auch nur einer, der die Einheimischen nervt, weil er ständig stehenbleibt und fotografiert oder auf seine Karte schaut.

Ich bin erstmal etwas wirr, weil ich nicht weiss, wo ich mein Ticket kaufen muss, der Lonely Planet hilft aber und nach ca. 15 Minuten bin ich dann drin. Es gibt eine Menge zu sehen, ich habe ehrlich gesagt keine Lust, alles zu beschreiben. Ich besorge mir einen echt guten Audioguide: das Gerät wird per WLan aktiviert, d.h. ich brauche keinem bestimmten Plan zu folgen, sondern marschiere einfach irgendwo hin und der Audioguide aktiviert sich von selbst und informiert mich in ziemlich wackeligem Deutsch was ich gerade sehe. Ich schalte das Teil dann auf Englisch um und das ist besser.

Die Verbotene Stadt ist bis jetzt das absolute Highlight in Peking, die Anlage ist riesengroß und in jeder Ecke gibt es was zu sehen und zu hören, beeindruckend, ein besseres Wort fällt mir nicht ein. Ein paar Zahlen von Wikipedia: Die Grundfläche beträgt 720.000m², davon sind 150.000m² bebaut, es befinden sich 890 Gebäude mit insgesamt 8.886 Räumen auf der Anlage.

Ich habe mir ja vorgenommen, mich nicht über die Menschenmassen aufzuregen, aber was mir wirklich tierisch auf den Sack geht, ist die Angewohnheit der Chinesen, sich STÄNDIG gegenseitig vor allen möglichen Objekten zu fotografieren. Zu Anfang versuche ich noch, darauf Rücksicht zu nehmen und weiche aus oder bleibe stehen und warte, nach kurzer Zeit ist es mir egal und ich laufe vors Objektiv. Der Fairness halber muss ich aber auch sagen, dass sich niemand deswegen beschwert.

Ich sehe unzählige Paläste, Tempel, Unterkünfte der kaiserlichen Konkubinen, besichtige das Palastmuseum, wo alle möglichen Schätze ausgestellt sind und habe irgendwann nach ca. 5 Stunden genug, weil mein Kopf voll ist.

Danach bin ich auch fĂĽr den Tag bedient, ich habe keine Lust essen zu gehen und besorge mir in einem Supermarkt Brot, Tomaten und Käse (zu einem horrenden Preis, die meisten Chinesen mögen keinen Käse und sehen das Zeug als ‚verdorbene Milch‘ an). Zusammen mit ein paar Bieren kommt mir das Essen wie ein Festmahl vor. Duschen ist allerdings nicht drin, ich hab kein warmes Wasser.

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