Peking 3 – Himmelstempel

Heute bin ich frĂŒher auf den Beinen und schaue mir zuerst den Himmelstempel und den zugehörigen Park an. In dem Tempel wurde fĂŒr eine gute Ernte gebetet, deswegen haben die GebĂ€ude auch so blumige Namen wie ‚Halle des Erntegebetes‘ oder ‚Halle des Himmelsgewölbes‘. Der Park ist ziemlich groß und total schön. Es ist noch frĂŒh, die Sonne scheint und ĂŒberall sind Chinesen beim FrĂŒhsport zu sehen: Ein paar Leute machen Tai Chi, viele spielen eine Art Hacky Sack, mit einem Ding, was aussieht wie ein Federball und alle sind extrem geschickt damit. Ich werde von einer Gruppe Ă€lterer Damen und Herren zum Mitspielen eingeladen, versage aber komplett und ernte GelĂ€chter. Ein anderer Typ hat eine Handvoll Stoffringe und wirft sie vier Personen zu, die in einem Abstand von vielleicht 10 Metern stehen und die die Ringe mit dem Kopf auffangen. Danach werfen sie die Teile zurĂŒck und er fĂ€ngt sie alle ebenfalls mit dem Kopf auf. Dann gibt es noch verschiedene Musiker und Viele, die ein Brettspiel spielen, scheint so eine Art MĂŒhle zu sein. So verbringe ich den Vormittag und mache dann Station im Hostel.

SpĂ€ter fahre ich mit der U-Bahn zum OlympiagelĂ€nde, wo das berĂŒhmte Stadion steht, welches u.a. von dem KĂŒnstler Ai Weiwei entworfen wurde. Das GelĂ€nde ist riesig, gefĂŒhlt grĂ¶ĂŸer als der Tiananmen-Platz und beeindruckt mich auch mehr, vielleicht weil weniger los ist. Neben dem markanten Stadion gibt es noch einige andere GebĂ€ude, darunter das nationale Schwimmzentrum. Das ist bei Tageslicht nicht wirklich eindrucksvoll, ich nehme mir vor, spĂ€ter nochmal im Dunkeln herzukommen, verpeile das allerdings.

China hat damals die kompletten Einrichtungen fĂŒr die Spiele in Rekordzeit errichtet, es gab, auch wegen der Vergabe an China ĂŒberhaupt, jede Menge Kritik. Heute stehen die GebĂ€ude zum grĂ¶ĂŸten Teil leer und werden nicht genutzt, das Stadion wurde seit dem Ende der Spiele angeblich nur ein einziges Mal fĂŒr eine Veranstaltung genutzt. Der Unterhalt ist zu teuer, so dass vieles schon langsam anfĂ€ngt zu verfallen und man verzweifelt Sponsoren sucht. Trotzdem ist die Anlage schön anzusehen, wĂ€hrend meines Aufenthaltes fahren die Teilnehmer eines Radrennens vorbei, weswegen an der Strasse jede Menge begeisterte Zuschauer stehen.

Auf dem Weg zurĂŒck mache ich am Lama-Tempel Yonghe Station. Die Anlage ist ziemlich cool, sie besteht aus fĂŒnf nacheinander angeordneten Hallen, jede grĂ¶ĂŸer als die vorhergehende, in der letzten Halle steht die weltgrĂ¶ĂŸte hölzerne Buddha-Statue, die 26m hoch ist und aus einem einzigen Sandelholzbaum geschnitzt ist. NatĂŒrlich darf man in den Hallen mal wieder nicht fotografieren.

Damit habe ich genug fĂŒr heute und ich beschliesse auch, ab morgen etwas langsamer zu machen, ich habe ja noch 9 komplette Tage, da muss ich nicht hetzen. Ich fahre also zurĂŒck und gehe zum Essen in ein kleines Restaurant um die Ecke, wo mich das Essen einmal mehr enttĂ€uscht. Die GewĂŒrze und der SchĂ€rfegrad der Gerichte, die ich wĂ€hrend der gesamten Zeit hier esse sind eigentlich ok, aber zum einen ist alles extrem fettig gekocht und zum anderen mögen die Chinesen ihr Fleisch offensichtlich gerne schlabberig. Selbst die frittierten Sachen sind zwar aussen knusprig, aber innen trotzdem glibberig. Und wenn ich das Fleisch weglasse, schaffen sie es, auch das GemĂŒse glibberig und schleimig zu bekommen. Mit der entsprechenden Menge Bier bekomme ich aber alles runter.

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