Peking 10 – der Rest

Die restlichen Tage fasse ich wieder zusammen, da nichts aussergewöhnliches mehr passiert. Am Mittwoch will ich mir einen Tempel anschauen, den der Lonely Planet als ’sehr dĂŒster‘ beschreibt, als ich nach einer kleinen Odyssee dort ankomme, finde ich an dem Ort lediglich ein Folklore-Museum, das ich mir dann aber nicht anschaue. Ansonsten gammele ich nur rum, abends gehe ich zu Cafe Sambal, einem Malayischen Restaurant und esse Beef Rendang, was verdammt lecker ist.

Am nĂ€chsten, meinem letzten Tag fahre ich zum MilitĂ€rmuseum, welches allerdings wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Man darf trotzdem umsonst rein und den Hof betreten, es dauert ewig bis ich drin bin, weil trotz kostenlosem Eintritt die PĂ€sse kontrolliert werden und der Andrang gross ist. Auf dem Hof sind dann jede Menge Penisse ausgestellt und mit Penissen meine ich natĂŒrlich Kanonen. Man muss kein Freudianer sein, um die Galerie der Panzer mit ihren hoch aufgereckten Stahlrohren entsprechend zu deuten. Kleine MĂ€nner mit kleinem GemĂ€cht brauchen eben grosse Spielzeuge. Das Thema zieht sich irgendwie wie ein roter Faden durch meine Reise, wundert mich bei diesen Zielen aber auch nicht.

Am Abend gehe ich zum letzten Mal zu Noodle Inn, esse wieder mal ausgezeichnet und verabschiede mich von Lei Jun. Die Verabschiedung artet wie zu erwarten war in einem BesĂ€ufnis aus, ich falle dann gegen 2:30h ins Bett und muss nach 3 Stunden wieder aufstehen. Das tut weh und nach der kurzen Zeit bin ich auch immer noch nicht nĂŒchtern. Eine kalte Dusche schickt mich auf den Weg.

Ich fahre ein paar Stationen mit der U-Bahn, schaffe es, nicht in die Bahn zu kotzen und steige dann in den Airport-Express, der mich in gut 20 Minuten zum Flughafen bringt. Die Ausreise und auch der Checkin gehen zum GlĂŒck recht schnell, nach einer Dreiviertelstunde kann ich dann einsteigen. Ich habe einen genialen Platz reserviert, ich sitze am Fenster in der vordersten Reihe, habe also eine Wand vor mir und dadurch viel Beinfreiheit. Zudem habe ich nur einen Sitznachbarn, einen kleinen dicken Chinesen, der die meiste Zeit schlĂ€ft und mir nicht auf die Nerven geht. Der Flug wird von Air France durchgefĂŒhrt, dementsprechend unfreundlich ist das Personal, was mich aber nicht weiter stört. Das Essen ist gut, das Entertainment-Angebot groß, so dass der Flug sehr angenehm verlĂ€uft. Da ich ziemlich platt bin, verschlafe ich bestimmt die HĂ€lfte der Zeit und lande dann gegen Nachmittag in Paris. Dort muss ich knapp zwei Stunden warten bevor es weitergeht und um 17:30h lande ich endlich in Tegel.

Diesmal muss ich nicht wie letztes Jahr ein Stunde auf mein GepĂ€ck warten, der TXL-Bus steht schon bereit und gegen 18:30h bin ich zuhause. Das ist eine gute Zeit, denn so kann ich wie an einem normalen Arbeitstag schlafen gehen und bin am nĂ€chsten Morgen halbwegs fit. Am Samstag frĂŒh beschliesse ich, den Tag auf der Couch vorm Fernseher zu verbringen und so meinen Jetlag zu bekĂ€mpfen, nach ca. 10 Minuten gibt mein Fernseher den Geist auf. D’oh!

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